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    Whiteboard, Excel oder Software? So planen Handwerksbetriebe ihre Einsätze

    Whiteboard, Excel-Tabelle oder Planungssoftware — was für welchen Handwerksbetrieb reicht, ab wann es kippt und worauf es beim Umstieg ankommt.

    Veröffentlicht am Aktualisiert am 9 Min. LesezeitVon Digitalflowsolutions, dem Betreiber von Meisterplaner

    Jeder Handwerksbetrieb plant seine Einsätze. Die Frage ist nur, womit. In den meisten Betrieben bis zehn Leute ist die Antwort eine Mischung: ein Whiteboard im Büro, eine Excel-Tabelle auf dem Rechner der Chefin, eine WhatsApp-Gruppe fürs Team und ein beträchtlicher Teil im Kopf des Meisters. Das funktioniert — bis es nicht mehr funktioniert. Dieser Artikel vergleicht die drei üblichen Werkzeuge ehrlich, benennt, wann welches reicht, und beschreibt, woran man merkt, dass der Wechsel fällig ist.

    Womit Betriebe heute tatsächlich planen

    Wenn man Handwerksbetriebe fragt, wie sie planen, hört man selten „mit Software“. Man hört: „Das steht am Brett.“ Oder: „Ich habe eine Tabelle.“ Oder, ganz ehrlich: „Das habe ich im Kopf, und morgens sage ich es den Jungs.“ Häufig ist es alles zusammen. Das Brett zeigt die Woche, die Tabelle hat die Details, die Gruppe verteilt die Änderungen, und der Kopf hält die Ausnahmen.

    Das ist kein Zeichen von Rückständigkeit. Es ist das Ergebnis davon, dass jedes dieser Werkzeuge genau ein Problem gut löst und die anderen offenlässt. Deshalb lohnt es sich, sie einzeln anzusehen.

    Das Whiteboard

    Das Whiteboard ist das älteste und in vielem das beste Planungswerkzeug, das ein Betrieb haben kann. Es hängt an der Wand, jeder sieht es, es braucht keinen Strom und keine Schulung. Eine Woche mit fünf Mitarbeitern und zwanzig Einsätzen passt auf zwei Quadratmeter, und wer morgens ins Büro kommt, weiß nach zehn Sekunden, wo er hinfährt.

    Seine Grenze ist der Ort. Das Brett hängt im Büro, und wer nicht im Büro ist, sieht es nicht. Der Monteur, der direkt von zu Hause zur Baustelle fährt, braucht einen Anruf oder ein Foto. Ändert sich mittags etwas, steht auf dem Brett noch der Morgen. Und was letzte Woche geplant war, ist weggewischt — für die Nachkalkulation oder eine Rückfrage des Kunden gibt es keine Spur.

    Das zweite Problem ist die Vorbereitung. Ein Whiteboard sagt, wer wohin fährt. Es sagt nicht, ob das Material da ist, ob der Schlüssel besorgt wurde oder ob der Trockenbauer seine Vorarbeiten fertig hat. Diese Fragen hängen an Zetteln oder im Kopf — und die Leerfahrt, weil die Dichtungen noch beim Großhändler liegen, ist eine der teuersten Stunden, die ein Betrieb bezahlen kann.

    Die Excel-Tabelle

    Excel ist der natürliche nächste Schritt. Die Tabelle kann mehr als das Brett: Adressen, Telefonnummern, Notizen, Farben für Gewerke. Sie lässt sich drucken und als PDF verschicken. Sie kostet nichts, das nicht ohnehin auf dem Rechner ist, und fast jeder kann sie bedienen.

    In der Praxis stößt sie an drei Stellen an ihre Grenze.

    Die erste ist die Datei selbst. Es gibt sie einmal, auf einem Rechner, und sobald zwei Leute planen, gibt es zwei Versionen. „Plan_KW36_neu_final2.xlsx“ ist kein Witz, sondern der Alltag vieler Büros. Die Version vom Montag ist nicht die vom Donnerstag, und niemand weiß mehr, welche stimmt.

    Die zweite ist das Handy. Eine Excel-Tabelle auf einem Smartphone ist lesbar, aber nicht benutzbar. Der Monteur zoomt, scrollt, sucht seine Zeile und ruft am Ende doch an. Ein PDF in der WhatsApp-Gruppe ist dann meist die Lösung — und damit sind wir beim dritten Werkzeug.

    Die dritte Grenze ist die Änderung. Ein Kunde sagt ab, eine Störung kommt dazwischen, ein Mitarbeiter wird krank. In der Tabelle wird die Zelle überschrieben. Was vorher darin stand, ist weg. Wer davon erfährt, hängt davon ab, ob jemand daran denkt, die neue Version zu verschicken.

    Trotzdem: Für einen Betrieb mit zwei oder drei Leuten, die immer dieselben Routen fahren, ist Excel oft völlig ausreichend. Es wäre unehrlich, etwas anderes zu behaupten.

    Die WhatsApp-Gruppe

    Die Gruppe ist kein Planungswerkzeug, sie wird nur als eines benutzt. Sie ist schnell, alle haben sie, und eine Nachricht erreicht das Team in Sekunden. Genau das macht sie so verführerisch — und so unzuverlässig.

    Eine Planänderung in der Gruppe ist eine Nachricht unter vielen. Sie steht zwischen dem Foto von der Baustelle, der Frage nach dem Schlüssel und drei Sprachnachrichten. Wer sie nicht in dem Moment liest, scrollt später daran vorbei. Es gibt keinen Zustand, nur einen Verlauf. Und es gibt keinen Ort, an dem der aktuelle Plan steht — nur die letzte Nachricht, die ihn erwähnt hat.

    Dazu kommt, dass in dieser Gruppe Kundenadressen, Namen und Auftragsdetails auf privaten Handys liegen. Für die Datenschutzerklärung des Betriebs ist das ein Thema, über das sich viele erst Gedanken machen, wenn ein Mitarbeiter geht und die Gruppe mitnimmt.

    Wann reicht das alles?

    Ehrlich: öfter, als Softwareanbieter zugeben. Ein Betrieb mit dem Meister und zwei Gesellen, die morgens gemeinsam losfahren und abends gemeinsam zurückkommen, braucht keine Planungssoftware. Das Brett und ein kurzes Gespräch tun es. Wer fast nur Wartungsrouten fährt, die sich jede Woche gleichen, kommt mit einer Tabelle weit.

    Die Werkzeuge kippen nicht mit der Betriebsgröße, sondern mit der Zahl der Änderungen und der Zahl der Orte. Solange wenig passiert und alle am selben Ort starten, funktioniert fast alles.

    Ab wann lohnt sich Software?

    Es gibt fünf Anzeichen, die in Betrieben immer wieder zusammenkommen, bevor jemand nach einer Software sucht:

    1. Mehr als vier Leute fahren getrennt los. Ab da braucht jeder seinen eigenen Blick auf den Plan, und das Brett im Büro erreicht nicht mehr alle.
    2. Baustellen wechseln und dauern mehrere Tage. Ein Auftrag über drei Tage mit zwei Mann, der sich um einen Tag verschiebt, ist in Excel eine Fummelei und auf dem Brett eine Wischerei.
    3. Änderungen kommen täglich. Störung, Absage, Krankheit — wenn der Plan mehrmals am Tag anders aussieht, ist die Frage nicht mehr, wie man plant, sondern wie man informiert.
    4. Es gibt Leerfahrten. Zwei Mann fahren raus, das Material fehlt, sie fahren zurück. Wenn das mehr als einmal im Monat passiert, fehlt nicht Disziplin, sondern ein Ort, an dem die Vorbereitung sichtbar ist.
    5. Die Stundenzettel kommen freitags. Wer die Zeiten am Ende der Woche aus dem Gedächtnis zusammenträgt, kann keinen Auftrag nachkalkulieren — und hat mit der Aufzeichnungspflicht ein zweites Problem, zu dem es einen eigenen Artikel gibt.

    Treffen drei davon zu, kostet das Weiterwursteln mehr als eine Software.

    Worauf es bei einer Planungssoftware wirklich ankommt

    Der Markt für Handwerkersoftware ist groß, und vieles darin ist für Betriebe mit fünfzig Leuten und einer eigenen IT gedacht. Für einen Betrieb mit fünf bis zwanzig Mitarbeitern sind andere Dinge entscheidend:

    • Die Monteure müssen ohne E-Mail-Adresse reinkommen. Viele Gesellen haben kein Firmenpostfach und wollen auch keins. Eine Anmeldung, die eine E-Mail voraussetzt, scheitert an genau dieser Stelle. Meisterplaner löst das mit Betriebscode, Benutzername und Passwort; die Zugangsdaten werden als PDF mit QR-Code ausgedruckt und übergeben.
    • Die Zeiterfassung muss ohne Netz laufen. Im Keller, auf dem Dach, in der Tiefgarage gibt es keinen Empfang. Eine App, die dort nicht stempeln kann, wird nicht benutzt.
    • Die Vorbereitung gehört in den Plan. Material, Werkzeug, Zugang, Vorleistungen anderer Gewerke — das sind die Gründe für Leerfahrten. Eine Freigabe-Checkliste je Auftrag, die beim Einplanen zeigt, was offen ist, verhindert sie. Sie sollte hinweisen, nicht blockieren: Der Disponent entscheidet, nicht die Software.
    • Nicht nur Menschen verplanen. Der Transporter, die Hebebühne und der Werkstatttag konkurrieren um denselben Montag wie die Monteure. Wie das auf einer Tafel zusammenläuft, beschreibt die Seite zur Einsatzplanung im Handwerk.
    • Kein ERP durch die Hintertür. Angebote, Rechnungen, Lagerverwaltung — dafür gibt es Büroprogramme, die der Betrieb schon hat. Eine Einsatzplanung, die alles können will, braucht Wochen zur Einrichtung.
    • Daten in Deutschland und ein Auftragsverarbeitungsvertrag. Mitarbeiter- und Kundendaten sind personenbezogen; der AVV nach Art. 28 DSGVO ist Pflicht, nicht Zubehör. Er sollte beim Einrichten geschlossen werden, nicht auf Nachfrage.
    • Eine Testphase ohne Zahlungsdaten. Wer die Kreditkarte vor dem ersten Klick verlangt, glaubt nicht, dass das Produkt für sich spricht.

    So läuft der Umstieg in der Praxis

    Der häufigste Fehler beim Umstieg ist, alles auf einmal zu wollen. Es geht einfacher:

    Woche eins: Betrieb und Mitarbeiter anlegen. Das dauert einen Vormittag. Die Zugangsdaten für die Monteure werden ausgedruckt und übergeben; beim ersten Login setzen sie ein eigenes Passwort. Bestehende Überstunden und Resturlaub werden als Startwerte eingetragen, damit die Konten nicht bei null anfangen und der Zettel aus der Schublade nicht parallel weiterläuft.

    Woche zwei: eine Woche parallel planen. Die nächste Woche wird sowohl auf dem Brett als auch in der Software geplant. Die Monteure stempeln ihre Zeiten in der App, die Stundenzettel laufen noch mit. Am Freitag werden beide verglichen. Meist zeigt sich hier, dass die Software genauer ist als der Zettel — nicht, weil sie klüger wäre, sondern weil die Zeit am Ort entsteht statt am Freitag aus dem Gedächtnis.

    Woche drei: das Brett bleibt leer. Ab jetzt ist die Tafel in der Software der Plan. Das Brett darf hängen bleiben — für die Kaffeepause, für Geburtstage, für den Wetterbericht.

    Wer so umsteigt, verliert nichts, wenn es doch nicht passt. Und wer nach 28 Tagen bleibt, hat nicht die Software eingeführt, sondern eine Gewohnheit.

    Häufige Fragen

    Muss ich meine alten Excel-Daten importieren? Nein, und in der Regel ist das auch nicht sinnvoll. Vergangene Wochen braucht niemand in der neuen Planung. Übernommen werden die offenen Aufträge, die Mitarbeiter und die Startwerte der Konten — der Rest bleibt als Archiv, wo er ist.

    Was ist mit Mitarbeitern, die kein Smartphone benutzen wollen? Für die Planung selbst reicht es, wenn das Büro plant und der Mitarbeiter morgens seinen Tag sieht — zur Not auf dem Handy des Kollegen oder ausgedruckt. Für die Zeiterfassung ist das Handy der einfachste Weg, aber das Büro kann Zeiten auch nachtragen, mit sichtbarem Hinweis am Eintrag.

    Lohnt sich das für einen Betrieb mit drei Leuten? Wenn die drei getrennt losfahren, wechselnde Baustellen haben und die Stunden am Freitag zusammensuchen: ja. Wenn sie morgens gemeinsam im Auto sitzen und abends gemeinsam zurückkommen: wahrscheinlich nicht. Die Testphase ohne Zahlungsdaten ist genau dafür da, das herauszufinden.

    Fazit

    Whiteboard, Excel und WhatsApp sind keine schlechten Werkzeuge. Sie lösen jeweils ein Problem — Übersicht, Details, Reichweite — und lassen die anderen offen. Solange ein Betrieb klein ist, wenig ändert und an einem Ort startet, reichen sie. Sobald Änderungen täglich kommen, Baustellen über Tage laufen und die Monteure getrennt unterwegs sind, wird das Zusammenhalten dieser drei Werkzeuge zur eigentlichen Arbeit des Büros.

    Eine Einsatzplanung für Handwerksbetriebe muss dann vor allem eines: den Plan an einer Stelle halten, ihn auf dem Handy der Monteure zeigen und die Vorbereitung sichtbar machen, bevor jemand losfährt. Wie das in Meisterplaner aussieht, steht auf der Seite zur Monteurplanung; für die einzelnen Gewerke gibt es eigene Seiten, etwa für Elektrobetriebe oder SHK-Betriebe. Und wer Excel und Software direkt nebeneinanderlegen will, findet den Vergleich im Detail.

    Lieber ausprobieren als weiterlesen?

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